Reiztherapien und ausleitende Verfahren
Schröpftherapie
Die Schröpfbehandlung ist Jahrtausende alt, älter als der Aderlass und die Blutegeltherapie. Wir unterscheiden das blutige und das unblutige Schröpfen. Wobei ich nur die unblutige/trockene Schröpftherapie anbiete.
Wie wirkt die trockene Schröpftherapie?
Durch das Setzen von unter Vakuum stehenden Schröpfgläsern auf die Haut wird eine Saugwirkung auf das darunter liegende Gewebe ausgeübt. Das unblutige Schröpfen ist einerseits ein Hautreizmittel mit einer optimalen Wirkung im Sinne einer Eigenblutbehandlung durch den erzeugten Bluterguss, andererseits werden unter Beachtung der Hautzonen innere Organe sowie Funktionskreise wesentlich beeinflusst.
Baunscheidtieren
Baunscheidtieren gehört zu den ausleitenden Verfahren. Mit Hilfe des sogenannten Schnäppers wird die Haut 1 mm angeritzt und dann mit Baunscheidtieröl eingerieben Es bildet sich eine Rötung und kleine Quaddeln. Die Haut wird anschliessend abgedeckt. Das Pflaster verbleibt 3-4 Tage auf der behandelten Stelle. Der Organismus reagiert auf den Reiz von aussen mit einer fortgeleiteten Gegenreaktion des gesamten vernetzten Organismus.
Wie wirkt Baunscheidtherapie?
Durch die Aktivierung der Lymphflusses wird das Zwischenzellgewebe entlastet von Stoffwechselendprodukten, was sich positiv auf chronische Entzündungen sowie Schmerzzustände im Bewegungsapparat auswirken kann.
Blutegeltherapie
In der Blutegeltherapie werden speziell gezüchtete Egel verwendet: Hirudo medizinalis oder Hirudo vergana. Im allgemeinen werden die Blutegel auf die zu behandelnden körperstellen aufgesetzt wo sie dann anbeissen. Die Haut sollte nicht nach Duschmittel riechen oder nach Körpercreme. Je nach persönlicher Empfindlichkeit, kann ein Biss als Insektenstich oder wie das Brennen einer Brennessel empfunden werden. Die Tiere saugen ca. 20 Minuten und fallen dann ab.
Wie wirkt Blutegeltherapie?
Der Speichel des Blutegels besteht aus über 200 Substanzen. Hirudin, Eglin, Calin, Hyaluonidase, Bdelline und Antistasin sind einige der wichtigsten Inhaltsoffe. Hauptwirkung ist die Hemmung der Blutgerinnung, auch die entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung ist belegt. Der Lymphfluss wird beschleunigt und so werden Stoffwechselendprodukte besser abtransportiert. Die Bissstelle blutet noch 12-24 Stunden nach, was ein erwünschter Effekt ist. Die Biss-stellen werden mit einem Saugverband abgedeckt. Ruhe, Geduld und genügend Zeit sind für ein erfolgreiches Ansetzen der Tiere von Bedeutung.
Kontraindikationen:
- Starke Menstruation, Stillzeit
- Schwere Anämie, Leukämie, Kachexis
- Akute Infekte, schwere chronische Erkrankungen
- Allergie gegen Blutegelspeichel
- Orale Antikoagulation
Relative Kontraindikationen (Abklären):
- niedrigem Blutdruck
- Allergien: bereits erfahrenen starke allergische Reaktion, besonders auf tierisches Eiweiss
- Schwangerschaft
- Immunsuppression
- < 3 Wochen nach einer Impfung
Hydrotherapie nach Kneipp
Pfarrer Sebastian Kneipp`s Ziel der hydrotherapeutischen Reize in der Kneippmethode sind die Harmonisierung und Stabilisierung der Grundfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Wärmehaushalt, Stoffwechsel, Verdaung, Nerven- und Hormonsystem sowie die Aktivierung und Stärkung des Immunsystems. Die Anwendungen können mit Anleitung gut zu Hause durchgeführt werden.
Wie wirkt Hydrotherapie nach Kneipp?
Kalte Reize führen zunächst zu einer Verengung der Blutgefäße (Vasokonstriktion). Anschließend kommt es zu einer reflektorischen Erweiterung der Gefäße (Vasodilatation). Dadurch verbessert sich die Durchblutung der Haut, Muskeln und teilweise auch inneren Organen. Damit erhöht sich die Sauerstoffversorgung, der Lymphabfluss und der venöse Rückstrom wird verbessert.
Nasale Reflexzonentherapie (Roedern):
Basis dieser Behandlungsmethode ist die Erkenntnis, dass auch die Nasenschleimhaut reflektorische Verbindungen zu anderen Organsystemen besitzt. Mit langstieligen Wattestäbchen und einem milden Nasenreflexöl werden in den drei Nasengängen die Schleimhaut sanft gereizt.
Wie wirkt die Nasale Reflexzonentherapie?
Basis der Behandlung ist die Erkenntnis, dass auch die Nasenschleimhaut reflektorische Verbindungen zu anderen Organsystemen besitzt und daher für eine Reflextherapie genutzt werden kann. Die Behandlung hat Wirkung auf die Schleimhäute der Stirn- und Kieferhöhlten, auf Lunge, Verdauungsdrüsen, Schleimhäute des Darms und Urogenitalsystems. Nach Anleitung kann der Patient die Behandlung selbständig daheim wiederholen.
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